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Briard - Blog

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Belohnung - Bestätigung - Bestechung

Karina | 19. November, 2008 19:33

Eigentlich ist doch jedes dieser Worte auch im allgemeinen Sprachgebrauch eindeutig definiert, aber viele, sehr viele Hundehalter kennen weder die Unterschiede noch machen sie sich überhaupt klar, dass es immens wichtige Unterschiede gibt. Da wird dann das ein oder andere verteufelt ohne dass derjenige auch nur ansatzweise verstanden hat, was er eigentlich verteufelt. Tongue out

Manchmal ganz schön traurig, denn wie immer muss es der Hund ausbaden und das Lernen wird ihm deutlich erschwert.

Es gibt ja viele, viel zu viele Hundehalter, die kategorisch das Arbeiten mit Leckerlis ablehnen. Kann man in jedem x-beliebigem Hundeforum regelmässig lesen. Und immer, wenn man auch nur ein bisschen nachhakt, kommt heraus, dass diese Leute keine Ahnung von Belohnung - Bestätigung - Bestechung haben. Traurig, aber wahr. Und ihre Hunde sind immer deutlich intelligenter als ihre Halter Cool.

 

Belohnung:

Ich belohne jemanden, nachdem er eine bestimmte Handlung ausgeführt hat, danach bekommt er seine Belohnung, wenn er mit der Handlung fertig ist.

- Ich sage zum Hund "Sitz":

- der Hund setzt sich hin

- wenn er sitzt, bekommt er seine Belohnung, z.B. sein Leckerli. Kann aber immer auch ein Spielzeug oder sonstwas sein, was der Hund als Belohnung empfindet. Der Einfachheit halber wird im folgenden Text immer Leckerli stehen, ersetzt es durch Ball, Quietschi, was auch immer.

Er weiss dann, dass seine Handlung richtig war und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das nächste "Sitz" wieder richtig reagieren. Damit eine Belohnung aber auch als solche beim Hund ankommt, sollte sie innerhalb von 1-2 Sekunden erfolgen. Schafft man es nicht, das Leckerli in diesem Zeitfenster aus der Tasche (!) zu zaubern, kommt vorweg schon das verbale Lob, um das Zeitfenster der Verknüpfung zu nutzen. Was später kommt, wird nicht mehr mit der vorangegangenen Handlung verknüpft!

Ist ein Kommando wirklich gefestigt, belohnt man nur noch jedes 2. oder 3. oder 5. Mal die Durchführung.

 

Bestätigung

Ich bestätige jemanden, während er eine Handlung durchführt, er bekommt seine Bestätigung, bevor er mit der Handlung fertig ist. Bestätige ich ihn erst nach der Handlung, ist es eine Belohnung!

Für das Bestätigen ist gerade der Clicker unschlagbar, weil ich mit ihm innerhalb von Sekundenbruchteilen reagieren kann. Gerade hier ist das Timing enorm wichtig.

- Ich sage zum Hund "Sitz":

- der Hund bewegt seinen Hintern Richtung Boden

- während der Hund seinen Hintern Richtung Boden bewegt, bekommt er seine Bestätigung, z.B. das Leckerli oder den Click (+ Leckerli)

Eine Bestätigung ist ein deutlich besserer Verstärker für ein Verhalten als eine Belohnung! Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund aufs "Sitz" richtig reagiert, ist höher als bei der Belohnung. Bei der Belohnung weiss der Hund nicht so genau, ob er sie für das Bewegen seines Hinterteils Richtung bekommt oder dafür, dass er sitzt.

Ein anderes Beispiel: wenn wir Leute im Wald verstecken, ist es gerade für die Anfängerhunde in der Rettungshundeausbildung extrem wichtig, dass sie während des Bellens bestätigt werden und nicht nach dem Bellen belohnt werden. Sie könnten das nämlich auch mit einer Bellpause verknüpfen. (Neue Helfer brauchen ca. 1 Jahr, bis sie das kapieren Tongue out)

Warum lieben es die Sportler wohl, wenn sie während ihrer Leistung angefeuert werden? Cool Klatschende Zuschauer an der Strecke? Ja, es motiviert sie zu Höchstleistungen, weil sie wissen, dass das, was sie gerade tun, richtig ist.

 

Bestechung

Bestechung ist nicht nur im allgemeinen Leben, sondern auch in der Hundeerziehung verpönt, aber wie schon oben geschrieben, die Leute, die das Arbeiten mit Leckerlis vehement ablehnen, haben letztendlich immer mit Bestechung gearbeitet. Und es spricht eigentlich nur für die Hunde, wenn sie sich auf Dauer nicht bestechen lassen Cool. Allerdings gibt es auch durchaus mal Situationen, wo es legitim ist einen Hund zu bestechen. Es ist aber ziemlich idotisch, einem durchstartenden Hund, der gerade einen Hasen hetzen will, ein Leckerli unter die Nase zu halten in der Hoffnung, dass er nicht loshetzt. Und dann vielleicht noch so ein olles klitzekleines Trockenfutterbröckchen. Und diese Leute sind es dann, die lauthals gegen die Verwendung von Leckerlis protestieren. Schade, sehr schade für ihre Hunde!

Ich besteche jemanden, bevor er eine Handlung durchführt, er sieht seine Bestechung vorher und kann dann entscheiden, ob es sich für ihn lohnen wird, diese Handlung durchzuführen oder eine andere oder gar nichts.

- Ich halte dem Hund ein Leckerli vor die Nase

- ich sage zum Hund "Sitz"

- vielleicht setzt sich der Hund, vielleicht bleibt er stehen oder springt hoch oder guckt einem Vögelchen hinterher. Wenn er das Leckerli sieht, wenn er hochspringt oder dem Vögelchen hinterherguckt, wird er durch den Leckerlianblick automatisch belohnt, das ist die andere grosse Gefahr bei der Bestechung. Und jetzt wisst ihr, warum Leckerlis immer in einem verschlossenen Behälter in der Tasche sein sollten!

Eien weitere Gefahr ist, dass die Hunde sich sonst wie bewegen, um an das Leckerli zu kommen, ihnen aber gar nicht klar ist, wie sie sich genau bewegen  müssen. Unsere Hunde sollen z.B. nicht möglichst schnell über eine liegende Leiter rasen, sondern langsam und gesittet. Sie sollen lernen, jedes Pfötchen gezielt auf eine Sprosse zu setzen.

Siehe auch HIER oder HIER oder HIER.

Aber gerade bei sehr jungen oder ängstlichen Hunden kann es durchaus mal sinnvoll sein, sie mit leckeren Leckerlis zu bestechen oder zu locken. Hoshi hat ja leider schon sehr oft Augentropfen nehmen müssen, da hab ich von Anfang an mit Bestechung gearbeitet. Mit der linken Hand, in der ein leckeres Leckerli ist, halte ich sanft seine Schnute fest, während ich mit der rechten Hand ins Auge tropfe. Hoshi hat blitzschnell kapiert, dass die Leckerlihand sofort aufgeht, wenn er geduldig still hält. Kein Wehren, kein Sträuben, er hält völlig still.

Oder wenn wir bei der Ausbildung sind, steigt er nicht wirklich gerne ins Auto um zu warten. Von Anfang an schmeisse ich immer eine Handvoll Leckerlis rein, um ihn ein bisschen zu trösten und auch das klappt wunderbar. Er steigt dann ein und wartet dann geduldig und ruhig.

Kreidet es bitte nicht den Leckerlis als solchen an, wenn mal etwas nicht klappt, sondern überprüft genau, welche Leckerlis ihr wie anwendet. Es hapert im Allgemeinen nicht an der Methode, sondern beim Anwender! Auch das gilt natürlich genauso fürs Spielzeug etc.

So, ich hoffe, ich hab euch mit diesem langen Text nicht gelangweilt, aber ich wollte das schon seit langem mal loswerden Cool. Noch Fragen?

Karina

 
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