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Briard - Blog

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Gassi

Karina | 19. Juni, 2010 18:36

Wir beide hatten den blanken Horror vorm nächsten Gassigang, aber weil der Hund jetzt 24 Stunden nicht mehr draussen war, nachmittags das erste Mal seit 24 Stunden wieder was getrunken hat, wurde es doch langsam dringlich.

Von sich aus wollte Hoshi nicht und beantwortete meine diesbezügliche Frage, dass er zwar will, aber nicht kann. Nahezu ohne Geschrei ging es im Höchsttempo die Treppe runter, langsam gehen ist für ihn im Moment unmöglich. Vor dem Haus wieder Schreie, aber wir schafften es mit Pausen auf die andere Strassenseite. Auf Kommando hob er sein Bein und pinkelte ca. 1 Minute lang, Blase also wieder leer.

Danach gingen wir in den Garten hinters Haus, setzten uns ins Gras und es ging 1 Stunde lang gut. Er stand sogar auf, ging einige Meter zum Zaun, dahinter könnte eine Katze sein Cool, und das alles ohne Schreie. Er lag dann die meiste Zeit in der Sandkiste. Die Krönung war, dass er plötzlich aufstand, die Terrasse der fremden Erdgeschoss erklomm, durch die offene Terrassentür marschierte und die fremde Wohnung ausführlich besichtigte Tongue out, alles ohne einen einzigen Schrei. Von der Nachbarstochter wurde er wieder zurückgebracht und sie setzte sich dann noch einige Minuten zu uns, um ihn zu streicheln, was er sehr genoss.

Leider hörte dann schlagartig die Wirkung der letzten 5 mg Valiumgabe nach genau 3,5 Stunden auf Cry. Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich vorher mit ihm hochgegangen, so schrie er wieder ununterbrochen bis wir oben waren und er die nächsten 5 mg bekam. Mist! Hätte mir gewünscht, dass der Ausflug nicht so blöde endet Cry, aber jetzt kenne ich die genaue Wirkdauer, Valium hat bei Hunden eine erheblich kürzere Wirkzeit als bei Menschen.

Er hat danach etwas getrunken und 400 g Dosenfutter bekommen, ich würde ihm gerne mehr geben, aber so haben wir wieder das Kackproblem.

Zur Nacht wird er 10 mg Valium bekommen, dann wird seine Tagesdosis heute 20 mg betragen, ich werde wieder im Flur neben ihm schlafen und morgen ist ein neuer Tag ....

Karina

Des Rätsels Lösung?

Karina | 19. Juni, 2010 12:13

Ein Anruf beim der diensthabenden Tierärztin ergab eben, dass auch Hoshi am Mittwoch als Kontrastmittel Optiray bekommen hat. Dort steht:

"Erregungs-, Schmerz- und Angstzustände können Ursache für Nebenerscheinungen oder kontrastmittelbedingte Reaktionen sein. Eine sorgfältige Anamnese, die ruhige Führung des Patienten sowie eine geeignete Prämedikation können dem entgegenwirken."

"Bei Erwachsenen werden am häufigsten Hitzegefühl (20,2%), Schmerzen (3,3%), Übelkeit (0,6%) und Erbrechen (0,4%), Kopfschmerzen (1,1%) sowie Urtikaria (0,6%) berichtet."

"Kontrastmittelbedingte Unverträglichkeitsreaktionen können auch mit zeitlicher Verzögerung erst nach mehreren Stunden bis einigen Tagen auftreten (Spätreaktionen). "

"Bei subarachnoidaler Anwendung
Am häufigsten wurden Kopfschmerzen infolge des subarachnoidalen Druckverlustes nach Lumbalpunktion, welche 24 Stunden andauern können, beobachtet. Seltener werden Übelkeit, psychische Alterationen (Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen), EEG-Veränderungen, Muskelzuckungen, Parästhesien, Meningitis oder epileptiforme Reaktionen beobachtet."

Bei Parästhesien steht:

"Unangenehm elektrisierend und weit fortleitend stellen sie sich oft bei direkter Nervenreizung dar, etwa flüchtig im Rahmen einer Lumbalpunktion"

Und genau DAS alles zeigt Hoshi! Eine Reaktion auf das Kontrastmittel, etwas zeitverzögert. Eine Prämedikation hat er bekommen.

In Absprache mit den Tierärzten werde ich Hoshi weiter Valium in steigender Dosierung geben.

Wahrscheinlich fühlt er bei jeder Bewegung starke Stromstösse in dem rasierten Gebiet, wer von uns würde da nicht schreiend durchdrehen und jede Bewegung vermeiden??? Es sind auch nicht wirklich Schmerzschreie, sondern eher die schrillen ängstlichen Schreie, wie man sie von Welpen kennt.

Ich habe ihn eben in dem Gebiet gebürstet, nachdem er fand er wäre genug, stand er auf, kuschelte sich an mich und stand mehrere Minuten neben mir. Er legte sich dann wieder hin, er schmiss sich nicht hin, und zwar ohne zu schreien.

Ich lasse die Valiumdosis von eben, 5 mg, noch weiter wirken und werde den Bürsteversuch später wiederholen.

Zu wissen, was die Ursache sein könnte, ist schon mal eine kleine Erleichterung. Es gilt weiter abzuwarten, zu warten, ob er vielleicht doch mal rauswill, ...

Karina

Die Nacht

Karina | 19. Juni, 2010 09:48

Euch allen erstmal meinen herzlichsten Dank, die mich in vielen Telefonaten, Mails, SMS auch gestern wieder getröstet, mich aufgebaut, mir viele Tipps gegeben haben! Es tut so gut!

Hoshi hat gestern abend insgesamt 7-8 mg Valium bekommen, eine echte Wirkung hab ich noch nicht erkannt. Ein Gassigehversuch um 22.00 endete in einer Katastrophe, er schmiss sich vor die Wohnungstür und schrie 1-2 min durch, panisch.

Ich habe beschlossen, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er von sich aus raus will, soll er sich melden und dann starten wir den nächsten Versuch. Er will es rauszögern, er hat das Essen und Trinken eingestellt.

Er hat beschlossen, dass ihm ein Quadratmeter Flur reicht, den er nicht mehr verlässt, also hab ich mir ein Bett im Flur gemacht und die Nacht neben ihm verbracht. Zweimal hat er nachts versucht, seine Position zu verlassen, es endete 2 mal in Geschrei und Hingeschmeisse.

Er muss abartige Missempfindungen in der rasierten Stelle haben, bei Briards kein unbekanntes Phänomen, wenn Rutenansatz und Kruppe rasiert werden. Es klingt völlig verrückt, aber es ist so. Wäre vielleicht ein interessantes Thema für eine Dissertation, also falls hier ein Tiermedizinstudent mitliest Cool:

*Pathologische Missempfindungen mit ihren Folgen bei der Rasur von Rutensansatz und Kruppe bei langhaarigen Hunderassen unter besonderer Berücksichtigung des Briards"

Ja, ihr Nichtbriardler oder Halter nie dort rasierter Briards, lacht ruhig über meinen "degenerierten" Hund .... Vielleicht schaffe ich es, das zu filmen und hochzuladen, dann dürfte euch das Lachen vergehen ...

Ich lasse ihn weiter in Ruhe, werde die Valiumdosis langsam steigern (Höchstdosis wären 40 mg), ihm immer wieder zu trinken anbieten, abwarten, ihm, danke Carola, die rasierten Stellen und Umgebung bürsten, touchen, mit Handtuch bearbeiten. Den Physiotermin für heute habe ich abgesagt, Montag werde ich wieder Kontakt zu ihm aufnehmen. Die Röntgenbilder wurden mittlerweile von mehreren Tierärzten und dem Physiotherapeuten begutachtet, keiner hält die Cauda für die Ursache des jetzigen Zustands.

Abwarten ...

Karina

 
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